In einem interessanten und intensiven Vortrag stellte Herr Andreas Deidert, Major der Bundeswehr und geschulter und ausgebildeter UN-Beobachter, die Aufgaben und Herausforderungen eines Peacekeepers der Vereinten Nationen vor.
In einem 2 stündigen, von persönlichen Eindrücken untermaltem, Vortrag berichtete er von den Schwierigkeiten in einem vom Stammesfehden zerrissenem und wirtschaftlich unterentwickeltem Land.
Herr Deidert war im Jahr 2008/2009 jeweils für ein halbes Jahr  in den Sudan (jetzt Südsudan) abgeordnet. Anschaulich erzählte er, dass in diesem Land die Uhren anders ticken und dass dort keine deutschen Wertmaßstäbe gelten und angelegt werden dürfen. So würde den Beobachtern nicht immer die Wahrheit erzählt und es werde immer nur mit den Dorfältesten oder Stammesoberhäuptern geredet oder verhandelt. Er deutete auch darauf hin, dass die Bürokratie eine deutsche Eigenschaft sei, die von der UN perfektioniert wurde. Dadurch sei es sehr schwierig, für die Verantwortlichen vor Ort, Hilfsprojekte an zu schieben. Auch die Unwegsamkeit, vor allem in der Regenzeit, stellt ein großes Problem dar.
Im Sudan, so erzählte er, gibt es so ziemlich alles an Getier, das giftig und ekelig ist, und durch die Erdölförderung fast alles Großwild vertrieben wurde. Aber bei einer Rundreise durch das Land könne man alle Landzonen Afrikas kennen lernen. Wüste genauso wie Steppe oder Tropischen Wald.
Er sagte uns der Sudan ist ein schönes Land, das sich lohnen würde besucht zu werden. Aber es ist touristisch nicht erschlossen und die Einreiseformalitäten sind sehr aufwändig.
Sein Fazit war: Der Sudan, egal ob Nord- oder Südsudan, braucht noch viel Zeit und Unterstützung bis zu einem gut funktionierendem Staat.
Mit einer gemütlichen Runde bei Kaffee und Torte und schönen Gesprächen klang der informative Abend aus.

Guttempler-Gemeinschaft »Friedensheim«, Risum-Lindholm
Text & Foto: © Jürgen Kock

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